M a n u s k r i p t der Haushaltsrede der Landrätin 2015

Tamara 2

-Es gilt das gesprochene Wort -

   Meine sehr geehrten Damen und Herren des Kreistages,

   liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

                    meine sehr geehrten Damen und Herren,

für viele von Ihnen ist es ja das erste Mal, dass sie einen Kreishaushalt mit verab­schieden. Umso mehr freue ich mich, Ihnen derart glänzende Zahlen zur Verab­schiedung vorschlagen zu können, nämlich

¨        eine Senkung der Kreisumlage um 2 Punkte,

¨        ein Investitionspaket von 5,16 Mio. € ohne neue Schulden,

¨        einen Abbau alter Schulden um gut 2 Mio. €,

¨        eine Aufstockung der Allgemeinen Rücklage um rd. 4,26 Mio. €.

Dies ist der positivste Haushalt, den ich dem Kreistag bisher in meinen 15 Amtsjahren vor­legen konnte!

Sicherlich profitieren wir derzeit von günstigen Rahmenbedingungen, wie beispiels­weise einer niedrigen Arbeitslosenquote und sprudelnden Steuerquellen. Aber – und das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen – in allererster Linie verdanken wir diese her­vorragenden Zahlen unserer jahrelangen grundsoliden und sparsamen Haushalts­politik. Und sie sind das Resultat stetiger und extremer Haushaltsdisziplin der Ver­waltung, die stets auf Sparsamkeit und Effizienz bedacht ist.

Denn schauen Sie, obwohl die günstigen Parameter natürlich für alle Landkreise gelten, senkt unterfrankenweit nur ein weiterer Landkreis seine Umlage um gleich 2 Punkte. Und mit einem Hebesatz von 43,5 Punkten – da bin ich mir sicher – werden wir im landesweiten Vergleich im besten Viertel landen.

Es macht mich schon ein wenig stolz, wenn ich mit Blick auf meine Verwaltung fest­stellen kann, dass in allen Teilen des Amtes sparsam und gut gewirtschaftet wird. Das beginnt bei den Personalkosten, indem frei werdende Stellen nicht immer sofort oder nicht in dem bisherigen Umfang nachbesetzt werden, zieht sich über die Jugendhilfe, wo nach kostengünstigeren Unterbringungen von Jugendlichen in Pflegefamilien zur Vermeidung von teuren Heimfällen gesucht wird, bis hin zur effizienten Abwicklung unserer Bauvorhaben.

Jüngstes Beispiel dafür ist die Generalsanierung unseres Gymnasiums in Marktbreit: Während anderenorts häufig mehr oder minder heftige Kostenüberschreitungen beklagt werden, haben wir unseren Kostenrahmen deutlich unterschritten und dank sorgfältiger Planung und Überwachung weit über eine Million Euro eingespart.

Finanzen

Lohn all dieser Mühen, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind nicht beanspruchte Haushaltsmittel, die als sogenannter "Sollüberschuss" in die Allge­meine Rücklage fließen. Für das Rechnungsjahr 2014 sind das 4,26 Mio. €.

Mussten wir infolge zu knapper Finanzausstattung in früheren Jahren die Sollüber­schüsse stets sofort wieder entnehmen und zur Finanzierung notwendiger Investi­tionen einsetzen, so konnten wir im vergangenen Jahr erstmals seit Bestehen des Landkreises eine echte, dauerhafte Rücklage von 3,2 Mio. € bilden, um so Mittel für schlechtere Zeiten anzusparen. Rechnet man die 4,26 Mio. € aus 2014 hinzu, dann haben wir aktuell rd. 7,46 Mio. € im "Sparstrumpf".

Lassen Sie mich nach diesem doch beruhigenden Blick auf unsere finanzielle Aus­gangssituation nun einen kleinen Streifzug durch die vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen beginnen.

Schule und Bildung

Nach den großen Neubau- und Sanierungsprojekten der vergangenen 15 Jahre neh­men wir nun den nächsten, wenn auch etwas kleineren Baustein unserer Schulland­schaft in die Hand: die technische Sanierung der Staatlichen Beruflichen Oberschule

– kurz FOS/BOS – in Kitzingen.

Im Zuge des Konjunkturpaketes II haben wir dort bereits die Fassade und Fenster im Jahr 2009 erneuert. Im vergangenen Jahr wurde aufgrund der dringend erforder­lichen Reparatur das Flachdach durch ein Edelstahldach ersetzt.

Daher steht nun vor allem die Sanierung des restlichen Gebäudes im Inneren an. Wir arbeiten daran, die aktuell anlaufenden Planungen in den Jahren 2016 bis 2018 in die Tat umzusetzen. Für diese Arbeiten rechnen wir derzeit mit noch rd. 3,0 Mio. €.

Eine – wie ich meine – durchaus überschaubare Größenordnung. Betrachtet man nämlich die Ansätze des Verwaltungshaushaltes, so wenden wir allein in diesem Jahr für unsere Schulen insgesamt 9,45 Mio. € auf, d. s. gut 107 € je Einwohner.

Darin enthalten sind auch die Leistungen, die wir für unsere Schülerinnen und Schüler aufbringen, die Schulen außerhalb des Landkreises besuchen. Mit knapp über 2,7 Mio. € zählen sie zu einer der höchsten Einzelpositionen auf der Ausgabenseite. Hinzu kommen die Kosten für den Unterhalt der Schulgebäude und ihrer betriebs­technischen Anlagen sowie für den laufenden Sachaufwand des täglichen Schul­betriebes.

Sehr erfreulich ist, dass wir im Bereich der offenen Ganztags­schule – die wir schon seit Jahren an all unseren Schulen anbieten – annähernd 20 Gruppen und insgesamt fast 500 Schüler verzeichnen können. Selbstverständlich ist auch das nicht "kostenlos", rd. 128 000 € stellen wir zur Förderung dieser sinn­vollen Einrichtung bereit. Das ist gut angelegtes Geld, in meinen Augen leisten wir mit diesem Angebot einen ganz wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit in der Bildungs­frage und tragenzur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei.

Wir alle wissen, dass eine gute schulische Ausbildung die Voraussetzung dafür ist, am heutigen Arbeits­markt bestehen zu können. Sie befähigt unsere Kinder und Jugendlichen, ihren Lebensunterhalt später einmal aus eigener Kraft bestreiten zu können. Und darum gilt auch nach wie vor: Bildung steht bei uns an erster Stelle!

Soziales, Asyl und Ehrenamt

Wem es denn nicht gelingt, im Arbeitsleben Fuß zu fassen, den fängt unser Jobcenter auf. Im Bereich des SGB II ist im vergangenen Jahr die Zahl der Bedarfsgemeinschaf­ten mit monatlich durchschnittlich 1 203 dank der guten Konjunktur leicht gefallen. Dies kommt natürlich auch unseren Finanzen zugute. So sind die Gesamtausgaben, die der Landkreis im SGB II zu tätigen hatte, um 1,18 % auf 3,73 Mio. € gesunken. Für das Jahr 2015 rechnen wir mit gleichbleibenden Zahlen bei den Bedarfsgemein­schaften, zumal die Konjunkturaussichten als ausgesprochen gut zu bezeichnen sind.

Bemerkenswert sind die steigenden Fallzahlen bei der Hilfe Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die seit letztem Jahr komplett vom Bund gezahlt wird. Insgesamt 490 Bedarfsgemeinschaften mussten diese Hilfe in Anspruch nehmen. Hier zeigt sich der demografische Wandel und auch die Tatsache, dass immer mehr Men­schen nicht genügend für ihr Alter oder für Krankheitsfälle vorsorgen können.

Hilfe erhalten selbstverständlich auch alle Asylbewerber, die wir im Landkreis auf­nehmen müssen. Ihre Zahl ist mittlerweile bei 450 Personen angelangt, weitere 150 werden hinzu kommen, sobald in Kitzingen die Gemeinschaftsunterkunft Corlette Circle belegt wird. Aufgrund der bestehenden Prognosen rechnen wir darüber hinaus aber damit, dass wir weitere dezentrale Unterkünfte eröffnen müssen, die wir mittlerweile schon an 20 Orten im Landkreis betreiben.

Insgesamt rechnen wir mit Ausgaben von 5,64 Mio. € nach dem Asylbewerberleis­tungsgesetz.

Dass es uns ein Anliegen ist, die neu zu uns kommenden Menschen gut zu betreuen, machen wir mit dem weiteren Zuschuss an den Caritasverband Kitzingen deutlich. Wir unterstützen neben dem Arbeitskreis Asyl heuer auch die neu eingerichtete Asylsozialarbeit mit einer Förderung des Sachaufwandes.

An dieser Stelle danke ich ausdrücklich allen ehrenamtlich Engagierten in diesem Bereich. Ohne deren Hilfe kann die Aufnahme und Integration der vielen Flüchtlinge nicht gelingen und ich hoffe daher weiter auf engagierte Mitarbeit! Mein Dank gilt in gleicher Weise den Gemeinden, die uns konstruktiv bei der Unterbringung der Flücht­linge und bei den Informationsveranstaltungen für die Bürger vor Ort unterstützen.

Und überhaupt spielt das bürgerschaftliche Engagement bzw. Ehrenamt bei uns im Landkreis eine bedeutende Rolle. Mit der Ehrenamtskarte, dem Ehrenamtsempfang, der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis und der finanziellen Unterstützung der Koordinierungsstelle WirKT tragen wir dem umfänglich Rechnung.

Jugend und Familie

Auch in diesem Jahr sind die Kosten der Jugendhilfe ein beachtlicher Posten in unse­rem Kreishaushalt. Wie überall in Bayern haben auch wir Kostenzuwächse bei den Hilfen für Erziehung, Hilfen für junge Volljährige und bei den Eingliederungshilfen zu verzeichnen. Im diesjährigen Jugendhilfeetat muss eine deutliche Steigerung der Nettokreisbelastung um gut 12 % auf dann 4,98 Mio. € eingeplant werden. Diese ungewöhnlich hohe Steigerung ist zu großen Teilen der Heimerziehung der unbe­gleiteten minderjährigen Flüchtlinge und der schon vorhersehbaren Zeitverzögerung bei deren Kostenerstattung geschuldet. Diese Mittel sind notwendig, bieten sie doch jungen Menschen, die ohne ihre Familien aus Kriegsgebieten zu uns gekommen sind, Unterstützung und Hilfe.

Der Landkreis investiert aber auch an anderer Stelle in den wichtigen Bereich der Kinder und Jugendlichen. Die Präventionsarbeit des Kreisjugendringes in Form von zwei Theaterprojekten zur Gewalt- und Medienprävention unterstützen wir mit einem gesonderten Zuschuss von 5 000 € jährlich bis 2019. Insgesamt erhält unser KJR eine sehr großzügige Förderung. Denn neben einer finan­ziellen Zuwendung in Höhe von 67 889 € tragen wir die Personalkosten für drei Voll­zeitkräfte, nämlich zwei Jugendpfleger und eine Verwaltungsangestellte. Darüber hinaus stellen wir ihm Büroräume nebst EDV-Ausstattung und deren fachtechnische Betreuung kostenlos zur Verfügung.

Einen besonderen Dank richte ich unter dem Stichwort "Kindertageseinrichtungen" an unsere Gemeinden. Sie lassen in diesem Bereich nicht in ihren Bemühungen nach, ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen. So haben wir aktuell 51 Kindertagesein­richtungen, die Krippenplätze anbieten. Drei Einrichtungen planen bzw. errichten 2015 weitere 28 Plätze. Die Ausstattung des Landkreises mit Kinderbetreuungs­plätzen ist also gut und trägt so zur Attraktivität der Lebensorte, insbesondere für junge Familien, bei. Damit dies so bleibt, begleiten wir seitens des Amtes das bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebot mit einer kontinuierlichen Planung, die momentan aktualisiert wird.

ÖPNV

Ein ganz wichtiger Baustein in der Frage der Attraktivität des ländlichen Raumes ist in meinen Augen ein gut funktionierender ÖPNV. Sein Ausbau ist daher auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Ziel unserer Daseinsvorsorge, um gleichwertige Lebensbedingungen zu sichern und die Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Nach der Integration des Landkreises Kitzingen in den Verkehrsverbund Main­franken, streben wir auch die volle Einbeziehung in den Verkehrsverbund Nürnberg an. Denn die steigenden Fahrgastzahlen auf den Strecken nach Würzburg und Nürn­berg belegen, dass die Anbindung an beide Verkehrsverbünde notwendig ist, damit alle Fahrgäste die Verbundvorteile nutzen können. Die dafür notwendigen Planungs­kosten stellen wir zur Verfügung.

Daneben wird der kontinuierliche Ausbau des Fahrtenangebotes auch in diesem Jahr fortgeführt. Mit der Vergabe des Linien­bündels 3, mit den Buslinien aus dem Raum Iphofen nach Kitzingen und von Kitzingen über Kaltensondheim zum Haltepunkt Dettelbach-Bahnhof wird die Fahrtendichte erheblich ausgebaut und der Fahrplan vertaktet. Im Rahmen dieser Neukonzeption wird auch unsere Klinik Kitzinger Land im Zweistundentakt bedient werden.

Die Attraktivitätssteigerung hat natürlich ihren Preis. Die Gesamtausgaben für den ÖPNV erhöhen sich auf 1,3 Mio. € bei einer Steigerung des Eigenanteiles des Land­kreises auf ca. 634 000 €, was ungefähr einer Verdoppelung im Vergleich zum letzten Jahr entspricht. Da die Gesamtausgaben für den ÖPNV unterfrankenweit gestiegen sind, die staatlichen Fördermittel aber leicht abgesenkt werden, können wir in Zukunft nicht mehr mit einer Förderquote von ca. 66 % rechnen, sondern nur mit einer pauschalen Zuweisung von ca. 500 000 € pro Jahr, unabhängig von der tatsäch­lichen Höhe unserer Ausgaben. Im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger werden wir das aber wohl oder übel akzeptieren müssen.

Kreisstraßen

Unsere 260 Kilometer Kreisstraßen in Schuss zu halten ist sicherlich ein weiterer großer Schwerpunkt unserer Investitionen als Flächenlandkreis.

Wir sind stolz darauf, im vergangenen Jahr über 20 km Deckenbauarbeiten mit einem Gesamtvolumen von über 1,1 Mio. € umgesetzt zu haben. Und wir lassen auch 2015 hier nicht nach: In großer Einigkeit haben Sie, sehr geehrte Damen und Herren Kreis­räte, Mittel von 730 000 € für den Deckenbau bereitgestellt – erneut ein Betrag, der deutlich über den in den vergangenen Jahren üblichen Ansätzen zwischen 300 000 € und 400 000 € liegt. Die Ausschreibung der Deckenbauarbeiten erfolgt in zwei Pake­ten, d. h. im April und im Juli, sodass die Arbeiten weitestgehend in den Pfingst- und Sommerferien durchgeführt werden können, um unsere Bürgerinnen und Bürger möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Deckenbauarbeiten erfordern zum Teil umfangreiche Vorarbeiten seitens unseres Bauhofes. Damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordnungsgemäße und saubere Arbeit abliefern können, müssen wir stets unseren Maschinen- und Fahr­zeugbestand pflegen und – bei Bedarf – erneuern. Auch hier haben wir in diesem Jahr wieder notwendige und richtungsweisende Entscheidungen einstimmig getroffen. Wir werden u. a. den Mobilbagger mit geschätzten Kosten von 188 000 € austau­schen und einen KIein-Lkw mit Ladekran für geschätzte Kosten von 120 000 € anschaffen.

Hinzu kommen dann unsere jährlichen Ausbaumaßnahmen, die wir an private Straßenbaufirmen vergeben. In diesem Jahr steht der Ersatzneubau der Brücke über die Reiche Ebrach im Zuge der Kreisstraße KT 50 Hutzelmühle an sowie der Ausbau der Kellerbergstraße in Biebelried im Zuge der Kreisstraße KT 22.

Abfallwirtschaft

Bleiben wir bei der Daseinsvorsorge und kommen damit zu unserer Abfallwirtschaft, die sich wieder einmal blendend präsentiert.

Zum dritten Mal in Folge nämlich realisiert der Landkreis eine Gebührensenkung in Höhe von rd. 12 % bei den gängigen 60- bzw. 120-l-Tonnen. Dies dürfte – zumindest bayernweit – einmalig sein. Und auch preislich stehen wir mit an der Spitze Bayerns. Kürzlich wurden ja die Gebührenbescheide verschickt. Normalerweise sind Rechnungen keine erfreuliche Angelegenheit, doch bei unserem Gebührenbescheid bin ich selbst immer wieder positiv überrascht, wie günstig wir diese Dienstleistung anbieten können. Dies verdanken wir unserem innovativen wie kostenbewussten Abfallwirtschaftskonzept auf der Grundlage des Ident-Systems, dem Fundament unserer abfallwirtschaftlichen Erfolgsgeschichte.

Wie Sie alle wissen, werden seit diesem Januar unsere Bioabfälle im Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle, einer Einrichtung des Landkreises Schweinfurt, vergärt. Die Biotonne wird zur BioEnergieTonne. Denn neben Kompost, einem wertvollen Dünger, werden Fern­wärme und Strom erzeugt. Unser Biomüll liefert über 2,7 Mio. Kilowatt­stunden elektrische Energie – genug für über 800 Haushalte – ohne landwirtschaft­liche Flächennutzung und bei einer Kostenersparnis von über 30 %.

Ebenfalls seit Beginn dieses Jahres betreibt der Landkreis das Kompostwerk Kloster­forst als Regiebetrieb. Hier zahlen wir 1,725 Mio. € als Investitionskostenersatz für die gute Infrastruktur sowie ca. 416 000 € für einen leistungsfähigen Maschinenpark an die frühere Eigentümerin. In Kombination mit exzellent ausgebildetem, motivier­tem Personal sind wir nun selbst für die Entsorgungssicherheit im Bereich Grüngut­verwertung verantwortlich. Diese wesentlichen Veränderungen in den Verwertungs­wegen schlagen mit Einsparungen im sechsstelligen Bereich positiv auf den Haushalt der Abfallwirtschaft nieder.

Als Folge dieser "Kommunalisierung" tritt der Landkreis nun zusätzlich als Vermark­ter von Kompost, Biomassebrennstoff und Pflanzerde auf. Zusammengefasst halte ich fest, dass die Kommunale Abfallwirtschaft unseres Landkreises in einem technisch und ordnungspolitisch dynamischen Umfeld bestmöglich positioniert ist.

Klinik Kitzinger Land

Nach wie vor bestens positioniert ist auch unser Kommunalunternehmen. Am 23. Februar d. J. sind die ersten Baumaschinen an der Klinik Kitzinger Land angerückt und haben mit den Gründungsarbeiten für den Erweiterungsbau Ost begonnen. Am 27. März war der offizielle Spatenstich. Damit hat die bislang größte Baumaßnahme in der Geschichte des Landkreises Kitzingen ihren Anfang genommen. Die Kostenschätzung für alle Bauabschnitte liegt derzeit bei 90 Mio. €, wir rechnen mit einer Bauzeit von zehn Jahren.

Der erste von insgesamt drei Bauabschnitten ist für die Klinik zugleich der teuerste.

Beim jetzigen ersten Bauabschnitt wird zunächst ein zusätzliches dreigeschossiges Gebäude errichtet, in dem die Krankenpflegeschule und die Verwaltung unterge­bracht werden. Die beiden anderen Stockwerke dienen als Interimsmöglichkeit für die Bereiche, in denen dann im Haupthaus die Sanierungsarbeiten laufen. So haben die Patienten und die Beschäftigten keine unmittelbaren Belästigungen durch Bau­lärm oder Schmutz zu befürchten.

Von insgesamt mit 36,6 Mio. € veranschlagten Gesamtkosten für den ersten Bau­abschnitt werden voraussichtlich 16,5 Mio. € durch Fördermittel gedeckt, die rest­lichen 20 Mio. € verbleiben als Eigenanteil bei der Klinik. Den kann unser Kommunal­unternehmen aus seinen vorhandenen Rücklagen finanzieren, die es allerdings noch deutlich aufzustocken gilt.

Das wiederum bedeutet, dass der Betrieb der Klinik nach modernen wirtschaftlichen Effizienzgesichtspunkten organisiert sein muss. Der Verwaltungsrat und die Kliniklei­tung sind ständig bemüht, Effizienzpotenziale zu aktivieren und die Leistung der Klinik attraktiv zu gestalten, damit Kosten und Erlöse in einem sich stetig verbessernden Verhältnis zueinander stehen. Bislang entwickelt sich der stationäre Leistungsbereich der Klinik sehr erfreulich, auch im letzten Jahr konnte die Anzahl der Patienten über 10 000 gehalten werden. Ambulant wurden rd. 12 000 Patienten in 2014 behandelt.

Um auch hier in der Erfolgsspur zu bleiben, ist die Klinikleitung u. a. mit mehreren Krankenhäusern der Umgebung und im weiteren Umkreis dabei, mögliche Koopera­tionsvereinbarungen abzustimmen. Ich begrüße diese Anstrengungen, Kräfte zu bündeln. Nach meinem Eindruck ist die Kooperation kommunaler Häuser ein guter Weg, um die schwierigen Rahmenbedingungen in der deutschen Krankenhausland­schaft und die wettbewerblichen Herausforderungen besser zu bewältigen. Koopera­tion ist in meinen Augen besser als Konfrontation!

Aber ungeachtet aller Anstrengungen lässt sich wohl nicht ganz ausschließen, dass unser Kommunalunternehmen bei der Finanzierung der millionenschweren General­sanierung an seine Grenzen stößt. Und dies nicht zuletzt deswegen, weil in den Gesamtkosten der Maßnahme nach den Bestimmungen des Krankenhausfinanzie­rungsgesetzes ein hoher Anteil nicht förderfähiger Kosten enthalten ist bzw. sein wird.

Und wenn dann in einigen Jahren die derzeit vorhandenen Rücklagen der Klinik aufgezehrt sein sollten, dann wird sich uns die Frage stellen, ob der Landkreis unter­stützend tätig werden soll. Ein Argument dafür ist sicherlich auch die Tatsache, dass der Landkreis ja die bis zum Jahr 2013 zu leistende örtliche Beteiligung von 10 % der förderfähigen Kosten nach deren Abschaffung spart. Denn als wir Ende 2012 die Generalsanierung unserer Klinik beschlossen haben, da sind wir noch davon ausge­gangen, knapp 5 Mio. € an örtlicher Beteiligung zahlen zu müssen.

Aber momentan sind das nur Gedankenspiele für die Zukunft. Warten wir erst einmal die tatsächliche Entwicklung ab! Für das Jahr 2015 jedenfalls hat der Vorstand dem Verwaltungsrat einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vorgelegt, und die Bele­gungssituation in den ersten drei Monaten lässt auf ein gutes Betriebsergebnis hoffen.

Tourismus und Kultur

Auf gute Ergebnisse hoffen wir auch, was den Erfolg unserer Aktivitäten auf dem Tourismussektor angeht. Aktuell haben wir mit dem LEADER-Projekt "TraumRunden" ein neues touristisches Angebot geschaffen. Mit diesen optimierten Rundwanderwegen steigt der Landkreis in den Trend "Wandern" ein. Wie ich von Touristikern unserer Gemeinden gehört habe, geht unsere dazugehörige Broschüre weg wie „warme Semmeln“. Das zeigt: wir hatten den richtigen Riecher und treffen sicher auch mit der Streckenauswahl den Geschmack der Wanderer.

Die Infrastruktur der Wege stellen die acht beteiligten Gemeinden, wir als Land­kreis sorgen für die Koordination und das Marketing. Offiziell eröffnet werden die "TraumRunden" vom 11. bis 17. Mai mit einem vielfältigen Programm; die Wanderfreunde unter Ihnen merken sich den Termin am besten schon einmal vor.

Und Anfang Juli fällt dann der Startschuss für unsere "Kulturzeichen Kitzinger Land", mit denen wir an die Erfolge der "Kulturstationen" anknüpfen wollen. Die Vorberei­tungen für den Auftakt laufen derzeit auf Hochtouren und alle Kulturinteressierten dürfen sich auf ein spannendes Programm mit neuen Blickwinkeln auf Kitzingen und unsere Geschichte freuen.

Fazit und Ausblick

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn ich mir also unseren Haushalt insgesamt betrachte, dann sehe ich uns hervor­ragend aufgestellt und für die Zukunft gut gerüstet.

Ganz gleich, ob auf dem Sektor Schule und Bildung, im Bereich Jugend und Familie, Soziales und Senioren, auch auf den Gebieten Wirtschaft und Verkehr, überall haben wir – die politischen Entscheidungsträger des Landkreises – die Weichen dafür ge­stellt, dass wir gut vorankommen.

Unsere Schulbauten sind weitestgehend durchsaniert oder neu gebaut, dafür haben wir in früheren Jahren den Weg über eine höhere Verschuldung gehen müssen. Aber in den vergangenen sieben Jahren konnten wir die Früchte einer grundsoliden und sparsamen Haushaltspolitik ernten und unsere Altschulden um ganz beachtliche 9,7 Mio. € auf aktuell 21,36 Mio. € verringern.

Wir wollen unsere hervorragende finanzielle Ausgangslage nutzen und in den kom­menden vier Jahren weitere 8,0 Mio. € unserer Verschuldung abbauen. Denn Ziel unserer von Verantwortung geprägten kommunalpolitischen Entscheidungen muss es sein, auch den uns nachfolgenden Generationen eine gute Zukunftsperspektive zu sichern.

Mit einer Kreisumlage von 43,5 Punkten, wie ich Sie Ihnen heute vorschlage, sind wir – so denke ich – auf einem guten Weg, den wir – so hoffe ich – auch in Zukunft gemeinsam gehen werden.

Ich danke Ihnen, den Damen und Herren des Kreistages, ganz herzlich für die sachlich und konstruktiv geführten Haushaltsberatungen, meinen Mitarbeiterinnen und Mit­arbeitern im Amt für die sorgfältigen und gründlichen Vorarbeiten, den Vertretern der Presse für ihre objektive Berichterstattung.

Vielen Dank Ihnen allen.

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