Preisträger 2018 UMWELT

Im Dienst der Natur

tamara bischof1

Landkreis Kitzingen   Das ehrenamtliche Engagament im Umweltbereich steht seit 1996 im Mittelpunkt der Umweltpreise des Landkreises Kitzingen. Jährlich werden Personen und Institutionen von Landrätin Tamara Bischof ausgezeichnet, die sich besonders um den Umwelt- und Artenschutz verdient machen.

Bischof bedankte sich herzlich für das Engagament der Landkreisbürger, die maßgeblich dazu beitragen, das Kitzinger Land lebens- und liebenswert zu erhalten. Sie zeigte sich beeindruckt vom Wissen der Geehrten und betonte, dass sie dies eigentlich an Schulklassen weitergeben müssten.

Für das Jahr 2018 hat der Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschuss in seiner Sitzung am 12. November 2018 folgende Preisträger festgelegt:

  1. Preisträger Albert Grebner, Järkendorf 

Herr Grebner ist seit 1986 als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Naturschutzwacht nach dem Kitzinger Modell aktiv für die untere Naturschutzbehörde tätig und somit seit der Gründung des Modells dabei. Als Jäger und Landwirt ist er mit der Natur besonders verbunden. In den Jagdversammlungen und dem monatlichen Bauern- bzw. Bürgerstammtisch informiert er die Landwirte bzw. Bürger von Järkendorf über die Belange des Naturschutzes, wie z. B. über das Verbot des Abspritzens von Wegerändern, der Möglichkeit an Naturschutzprogrammen teilzunehmen. Er selbst bewirtschaftet auch einige Flächen im Rahmen des Bayer. Vertragsnaturschutzprogrammes. Außerdem spricht er Betroffene vor Ort direkt an und sorgt dafür, dass Verstöße in der Natur wieder in Ordnung gebracht werden. Er organisiert auch regelmäßig Flursäuberungsaktionen in der Gemarkung Järkendorf.

Das Vorkommen des Ortolans in der Gemarkung Järkendorf liegt Albert Grebner sehr am Herzen. Seit einigen Jahren bewirtschaftet er selbst ca. 2,5 ha seiner Flächen im Rahmen der Artenhilfsmaßnahme für den Ortolan und leistet außerdem - zusammen mit Frau Kobbeloer vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. - Überzeugungsarbeit in seiner Gemarkung. Grebner trägt somit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Lebensraumes für den Ortolan in der Gemarkung Järkendorf bei.

Er ist außerdem 3. Vorsitzender des Bayer. Jagdverbandes, Kreisgruppe Kitzingen und Hegeringleiter für den Bereich Wiesentheid. Des Weiteren ist er einer der letzten unterfränkischen Pferderücker und überwiegend im Kommunalwald rund um den Heimatort Järkendorf tätig. Den forstlichen Maschinenbestand hat er vor drei Jahren aufgegeben, aber die Arbeit mit den Pferden führt er leidenschaftlich und unter hohem persönlichem Einsatz fort.

Auch hat er auf zwei seiner Ackerflächen Elefantengras mit einer Größe von insg. 1,2 ha angebaut. Hier finden Rehbock, Rebhuhn, Fasan und auch Hasen im Winter Deckung.

  1. Preisträger Elke Wichert aus Mainbernheim

Frau Wichert ist seit 2008 1. Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern, Ortsgruppe Mainbernheim. Im Rahmen dieser Tätigkeit betreut sie 100 Mitglieder in Mainbernheim und Iphofen und arbeitet eng mit der Ortsgruppe Marktbreit zusammen. Sie nimmt rege an Aktionen und Veranstaltungen der Kreisgruppe teil. Sie liefert anspruchsvolle Fotos für die Publikationen der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz.

Über das Jahr verteilt leitet sie verschiedene Kräuter-, Biber-, Fledermaus- und Pflanzenführungen. Außerdem setzt sie sich für den Erhalt und die Pflege des Eichelsees und der stadtbildprägenden Mauergärten sowie des alten Bahndammes in Mainbernheim ein.

  1. Preisträger Manfred Auer aus Gnodstadt

Herr Auer ist seit über 40 Jahren ehrenamtlich im Bereich des Naturschutzes tätig. Zu diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten gehören das Bauen, Kaufen und Aufhängen von Nistkästen für Käuze, Eulen und sonstige Vögel, um diesen Vögeln Nistmöglichkeiten zu bieten. Im Winter füttert er bei Bedarf auch Vögel, wenn die Nahrungskette für diese Tiere sehr begrenzt ist.

Ein besonderes Anliegen ist für ihn das Beobachten von Vögeln, insbesondere des Rotmilans und der Wiesenweihe. Die Beobachtungslisten von Vögeln hat er schon mehrfach den Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt. Diese waren wertvolle Hilfe, insbesondere für Stellungnahmen zur Genehmigung von Windkraftanlagen.

In Bezug auf die Wiesenweihe erstreckt sich sein Wirkungsgebiet auch auf die Gemarkungen Hopferstadt und Gaukönigshofen. Er entdeckte Wiesenweihenbrutplätze, die er dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. meldet. Er kümmert sich auch um die Kennzeichnung und Absperrung der Nester, damit die Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Äcker Rücksicht auf die Brutplätze nehmen können.

Er ist auch bei der Beringung der Jungvögel behilflich und verständigt die Landwirte, sobald die Jungvögel das Nest verlassen haben.

 

Umweltpreis 2018 Mittel

 

Foto: Corinna Petzold


Drucken